Karlskrona liegt in der Hanö-Bucht. Unser heutiges Ziel ist Kristianopel. Wir mussten anfänglich gegen den geringen Wind kreuzen, nach dem Einstieg in den Kalmar-Sund geht es langsam weiter, zusammen 37 NM, strahlender Sonnenschein, wenig Wind – aber die ganze Strecke gesegelt.
Kristianopel ist von sehr schöner Natur umgeben und wir sind in dem netten Gasthaus Essen gegangen, einfach – aber gut. Am nächsten Tag geht es unter Segeln nach Kalmar, guter Wind mit 5-8 m/s, nach gut 3 Stunden lassen wir die 18 NM hinter uns.
Kalmar ist praktisch. Supermarkt und ein gut ausgestatteter Marineshop sind gleich an der Marina. Letzteren brauchen wir, denn es gibt für die Männer etwas zu tun.
Die Backbord Genua Winsch macht ganz komische Geräusche. Wir haben die Befürchtung, dass sie kaputt ist, und bauen sie auseinander. Gott sei Dank ist sie nur ziemlich verdreckt. Dreck und überflüssige alte Schmiere werden entfernt und mit Petroleum gereinigt. Danach neu gefettet und alles läuft wie geschmiert.
Am nächsten Tag geht es zu einer unserer Lieblingsdestinationen: Borgholm. Darüber haben wir schon häufig berichtet. Es ist die Sommerresidenz der königlichen Familie mit einem herrlichen Blumengarten. Die lassen wir diesmal aus, denn wir sind fest entschlossen nach Visby auf Gotland zu segeln. Übermorgen ist dafür passendes Wetter angesagt und viel wichtiger, auch für eine Überfahrt von Visby zurück zum Festland sind die Aussichten gut.
Aber soviel Zeit muss ein, bei Nisses Fisk muss eingekauft werden, eine Meerforelle und weitere Leckerein.
Von Borgholm nach Byxelkrog, beides auf Öland, geht es wieder unter Segeln. Es sind immerhin 31 NM, bei guten Bedingungen schaffen wir das in 5h. In Byxelkrog pulst das Leben nur in der kurzen Sommersaison und die hat gerade begonnen. Um es vorsichtig auszudrücken, es ist nicht viel los. Dafür umso mehr bei uns.
Irgendwas ist immer!
Schon seit einigen Tagen merken wir, dass sich das Großsegel nur sehr schwer und am Ende nur mit der Winsch hochziehen lässt. Gunnar lässt sich nicht davon abbringen sich auch bei viel Wind und wankendem Mast ganz nach oben, immerhin fast 20 Meter über dem Meeresspiegel, ziehen zu lassen.
Diagnose – die Umlenkrolle für das Fall ist komplett zerstört. Die gute Nachricht, daneben ist im Mast noch eine zweite, sie ist unversehrt. Wir überlegen, wie wir das zweite Fall auf die andere Rolle bekommen. Einfach rüber legen geht nicht. Die Idee: wir fädeln mit Hilfe einer dünnen Hilfsleine das Fall neu ein.
Das ist leichter gesagt als getan. Gunnar bindet zwei Schraubenschlüssel an das Bändsel und Marcus versucht sie unten am Mast in Empfang zu nehmen. Es dauert eine Weile und viele Versuche, bis wir es endlich geschafft haben.
Der Rest ist einfach: Großfall rausziehen und an die Hilfsleine binden und zurück über die neue Rolle ziehen. Alles klappt wie geplant. Am nächsten Morgen freuen wir uns, wie einfach sich das Großsegel wieder setzen lässt. Es ist ein großartiges Gefühl, wenn man so ein nicht einfaches Problem gemeinsam gelöst hat. Darauf wurde ein Bier getrunken.
P.S: Das Anheuern von Gunnar hat sich schon bezahlt gemacht. Und es kommt noch mehr.
5. – 8. Tag, sonnig, moderate südliche Winde
Keine Angst, das Abo hier nervt nicht mit Werbemails etc. Es meldet nur einen neuen Artike









