Tokio 1 – Mehr Kulinarik als Kultur

12 Stunden Flug sind überstanden, aber nur weil wir uns ausstrecken und etwas schlafen konnten. Wir kommen in Tokio Haneda an, der Flughafen ist relativ stadtnah. Alles geht blitzschnell – Immigration, Koffer – und nach 30 Minuten sind wir im Hotel.

Tokio hat 9 Mio., die Metropolregion 37 Mio., also fast viermal Schweden. Tokio ist die Präfektur, also ähnlich wie eine Provinz/Bundesland und besteht aus vielen Städten, die sich wie Stadtteile anfühlen. Wir wohnen in Minato und dort im Stadtteil Roppongi.

Wenn die Japaner nicht so rücksichtsvoll und manchmal übertrieben organisiert wären, gäbe es hier Chaos, wie in vielen anderen asiatischen Großstädten. Als erstes fällt die Sauberkeit auf, ich habe nach 1,5 Tagen einen Papierschnipsel in einem Gebüsch gesehen, sonst nichts. Es wird natürlich gesäubert, aber die Menschen schmeißen auch nichts achtlos auf die Wege. Und statt hässlicher Graffiti gibt es witzige Bilder an den Baustellenwänden.

Nach einer Pause im Hotel erkunden wir Roppongi, oder besser Roppongi Hill und fahren in den 53. Stock des Nachbarhauses.

In dem überdachten Komplex mit unserem Hotel gibt es geschätzte 30 Restaurants, teils groß, manchmal nur einen Tresen. Vertreten sind alle Varianten der japanischen Küche plus diverse Italiener, Koreaner, Chinesen etc. Es ist unglaublich, aber der Wettbewerb führt zu höchster Qualität.

Auf das japanische Essen haben wir uns besonders gefreut. Am Abend gehen wir ins Roko-Roko, ein Sushi oder besser Sashimi Restaurant. Als Paar sitzt man häufig am Tresen, der Chefkoch des Restaurants bereitet das Essen vor unseren Augen à la minute vor. Es gibt heute nur rohen Fisch. Anfänglich frage ich mich, werde ich davon satt, a, aber ber nach fast 2 Stunden fühlen wir uns wohl gesättigt ohne Vollegefühl. Viele Kalorien haben wir nicht zu uns genommen, kein Wunder, dass die Japaner alle so schön schlank sind. Abends schaffen wir noch einen Besuch im Jazz Club Maduro, der zum Hotel gehört. Ein schöner Club, aber es darf geraucht werden und die Darbietung ist nur mittelgut.

Am nächsten Tag machen wir ein Hopp-On-Hopp-Off Tour und entdecken dabei das Viertel Asakusa. Ein sehr ursprüngliches, wuseliges Viertel. In der Nähe der Ueno Park mit dem Nationalmuseum und dem Zoo. Hier ist der perfekte Ort für die Sakura (Kirschblüte), die fängt hier in diesem Teil Japans nächste Woche an. Sie dauert übrigens nur 7-10 Tage und ist ein kulturelles Großereignis in Japan. Hier buchen wir uns ein Hotel für unseren Aufenthalt für die letzten drei Nächte der Reise.

Etwas enttäuscht sind wir von dem Besuch des Kaiserpalasts.. Man kann nur aus der Ferne in den Park gucken, wohl weil der Tenno und Familie anwesend sind. Das Gegenteil von den schwedischen und dänischen Royals. Dann wandern wir zu unserem ersten Schrein – ein buddhistischer Mini Tempel. Der ist leider under construction.

Abends suchen wir uns ein bei Google hochbewertetes Tempura Restaurant aus. Wieder am Tresen, das spart die Bedienung. Der Koch bereitet wieder alles frisch vor und servierte uns in kleinen Häppchen im Teig fritierten Fisch und Gemüse. Tempura ist nicht wie bei uns eine dicke Panade sondern ein leichter Teig. Die Miso Suppe kommt als vorletzter Gang. Sie ist etwas kräftiger, würziger als bei uns – ähnlich wie der grüne Tee. Daran müssen wir uns noch gewöhnen Alles wieder sehr lecker und 2-3 Kalorien mehr als gestern.

Erstes Fazit: In Einzelhäusern und 4-stöckigen Mietshäusern wie in Hamburg kann man keine 10 Mio. Menschen unterbringen. Also wird wie in allen Mega-Städten nach oben gebaut. Da kommt nur schwer Flair auf, für uns sieht alles gleich aus – zumindest auf den ersten Blick. Deshalb freuen wir uns auf das oben erwähnt Asakusa in der nächsten Woche. Morgen geht es mit dem Shinkansen (Bullet-Train) nach Hiroschima, das sind immerhin 800 Km, der Zug braucht nicht mal 4 Stunden.

Japanische Toiletten sind ja berühmt. Alles geht automatisch und die Brille ist beheizt. Nur etwas für bekennende Warmduscher wie uns.

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