Es ist mal wieder starker Wind aus der falschen Richtung und alle nach Südwesten strebenden Segler warten auf den Absprung. Am 4. Tag in Ystad ist es soweit. Als wir um 8.30h starten, wollten wir eigentlich die Küste entlang nach Skanör. Aber dann merken wir, dass wir gerade eben Klintholm anlegen können. Obwohl wir eigentlich zu spät für diesen langen Schlag dran sind, versuchen wir die 65 NM zu schaffen. Nach fast 10 Stunden machen wir fest – schon etwas angestrengt.
Klintholm ist durch zwei große Windparks zu etwas Geld gekommen. So wurde die Marina etwas vergrößert und ist jetzt besser geschützt gegen Wellen. Es gibt einige Ferienwohnungen, einen Food-Court, der wohl mal für die Arbeiter des Windparks gedacht war und jetzt verstetigt wurde sowie einige Restaurants, Cafés. Es ist oft ein Durchgangshafen, aber eigentlich ganz schön hier.
Wenn man sich einmal für eine neue Etappe entschieden hat, dann zieht man es durch – zumindest wir. Der Wind kommt immer noch fast gegenan, aber unser Segelboot kann das ganz gut. Wir segeln hoch am Wind und gegen die Welle nach Gedser. Der Törn ist zum Abgewöhnen, die Wellen kommen von vorn und von der Seite. Das Boot steigt nach jeder 10. Welle hoch und knallt ins Tal. Furchtbar anzuhören. Wir überlegen tatsächlich zurück nach Klintholm zu segeln.
Nach 6 Stunden (35 NM) kommen wir in Gedser an und legen uns neben sehr nette und semi-professionelle Segler aus Heiligenhafen, wir trinken ein Anlegerbier zusammen und klönen sehr nett. Das entschädigt.
Wir waren lange nicht mehr in Gedser. Es ist ein langweiliger Ort, aber die Natur lädt zum Spaziergang ein. Von hier gehen Autofähren nach Warnemünde. Ob die sich noch lohnen, wenn der Fehmarnbelt-Tunnel fertig ist?
Eigentlich könnten von von Gedser kurz nach Heiligenhafen. Aber erstens kommt der Wind genau von dort und zweitens sind wir noch sehr früh in der Saison und wollen noch etwas „Urlaub“ machen. Neues Ziel – Kühlungsborn. Die 30 NM machen wir in 5,5h, dieses Mal ist es ist ein schöner Segeltag, aber wieder hoch am Wind jedoch später mit weniger Welle.
Kübo ist ein hübsches Städtchen, schön wieder aufgebaut, quirliges Leben an der langen Promenade und dem Strand. Das Wetter ist herrlich und wir bleiben 5 Tage. Danach ist guter Wind für das Ziel Heiligenhafen, 36 NM, halber Wind mit Code-Zero. 6 Stunden schönes Segeln.
Wir bekommen an unserem Lieblingssteg einen Platz mit Blick auf Graswarder. Inzwischen kennen wir hier schon einige der Festlieger und werden nett empfangen. In Hall ist immer etwas los; die Touristen müssen unterhalten werden. Außerdem machen diverse Freunde hier Urlaub und sowieso lebt Utes Familie hier. Also haben wir genügend Anlässe gemeinsam Essen zu gehen und sich auf ein Bier bei Mecki, dem Portugiesen an der Promenade zu treffen. Das Wetter ist herrlich, was will man mehr.





