Sonne, Mond und Sterne

Es ist ein holpriger Start in die Saison 25. In der letzten Saison hatten wir einige Schäden am Rumpf verursacht, die wurden im Winter repariert. Leider hat die Lackierung deutlich länger gedauert als gedacht. Der Start in die Saison ist verspätet und die Regatta „Rund Fehmarn“ musste ausfallen – leider.

Am Wochenende 24./25.5. Juni können wir endlich starten. Ute fährt das Auto und Marcus segelt mit Philipp nach Heiligenhafen. Ein schöne Überfahrt mit gutem Wind. Philipp ist ein Freund aus den Zeiten des Studiums und auch begeisterter Segler.

Wir haben (k)einen Plan!
Zielgebiet für den Baltic Törn 25! sind die Ost-Schären von Schweden. Wenn es möglich ist, wollen wir einige Tage in Visby auf Gotland, das vielleicht schönste Städtchen an der Ostsee, verbringen und Stockholm etwas näher erkunden. Alles weitere überlassen wir dem Wetter und dem Zufall.

Außerdem hat Marcus einen Jugendfreund wieder gefunden, den es in einen schönen Vorort von Stockholm mit Marina verschlagen hat. Wir haben uns 50 Jahren nicht mehr gesehen. Wir sind gespannt, wie das Wiedersehen wird.

Am 10. Juni starten wir den Baltic Törn 25! Wir haben Gunnar angeheuert, um mit einigen großen Schlägen weit gen Norden zu kommen. Wir segeln in einer Etappe von Heiligenhafen nach Karlskrona, im Süden Schwedens. Es sind 207 NM und es dauert 31 Stunden. Anfänglich haben wir recht kräftigen Wind 10-12 m/s (25 Kn), allerdings achterlich. Wir rauschen mit 8 kn +/- 1kn dahin. Für die ersten 150 NM brauchen wir etwa 20 Stunden.

Die Welle kommt etwas seitlich und bringt das Boot so richtig schön ins „rollen“. Wer hier nicht seekrank wird, wird es nie. Der zweite Teil in der Nacht ist ruhiger, die Andante segelt wie auf Schienen und wir kommen bis auf ganz wenige Meilen unter Segeln ans Ziel.

Über Nacht ist es sehr frisch, wir wechseln uns ab beim Frieren und Aufwärmen. Die Sonne geht gegen 22.00 unter und ab 3 Uhr morgens wird es schon wieder heller. Als es ganz dunkel ist segelt man ohne Sicht, das ist schon ein komisches Gefühl. Einem Baumstamm oder gar Container würde man nicht rechtseitig erkennen. Aber andere Schiffe sieht man von Weitem nicht nur auf dem AIS Monitor, ohne den ich in dem stark befahrendem Gebiet nicht gern unterwegs wäre.

Die Nachtfahrt bringt einen schönen Sonnenuntergang, einen Erdbeer-Vollmond-Aufgang, blickt auf die Sterne und natürlich einen Sonnenaufgang. Das entschädigt – aber nur etwas – für das Frieren.

Wir kommen um 16 Uhr in Karlskrona an. Für das Durchhalten kocht der Skipper-Smutje – na was wohl – Spagetti mit roter Pampe. Danach geht`s in die Koje.

Fazit: Wir stellen fest, so richtig Spaß macht das Übernacht-Segeln nicht und zu Dritt sollte man schon sein – sonst wird es stressig.

Wetter: 1+2. Tag, tagsüber sonnig, 18 Grad, nachts kühl 12 Grad, Wind aus Süd-West 10-12 m/s, abnehmend auf 7-8 m/s.

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