Solarpanel für mehr Autarkie

Nachdem wir gut geschlafen haben, machen wir einen ausgedehnten Stadtbummel durch Karlskrona, wo wir bisher noch nicht waren. Wir folgen dem Pfad zu diversen Museum, die die Tourismuszentrale vorschlägt. Der ist eher enttäuschend und wir fragen uns schon, warum so viele Menschen von dem Städtchen schwärmen.

Dann kommen wir aber doch noch ins Stadtzentrum. Quirlige Strassen mit Cafes, Bars und Restaurants und einem schönen Marktplatz lassen die Stadt in einem anderen Licht erscheinen. Nach Empfehlungen von Freunden, die hier in der Nähe ihr Sommerhaus haben, entdecken wir auch noch einen tollen Fischladen mit angeschlossenem Restaurant. Somit ist das Abendessen, Dorsch (Torsk) mit grünem Spargel gesichert.

Den Nachmittag nutzen Gunnar und Marcus um das neu erworbene Solarpanel zu installieren. Es gab zwei Varianten:

1. Zwei festinstallierte PVs auf dem Deck: Vorteil: man lädt während des Segelns und muss nicht jedes Mal aufbauen.

2. Eine Mobile Einheit: Vorteil: sie kann immer nach der Sonne ausgerichtet werden und Energie brauchen wir v.a. bei längerem Aufenthalt am Anker, Boje, Naturhafen und Marina.

Wir entscheiden uns für Variante 2.

Die Installation kann man selbst machen. Ein Kabel wird an das Panel angeschlossen, deren Ende kommt in eine Steuereinheit, die Auswertungen (App) über Bluetooth liefert. Diese Box wird mit der Batterie verbunden, nachdem noch eine Sicherung dazwischen installiert wurde. Alles kein Hexenwerk. Gunnar ist Elektroniker und hat alles sehr professionell ausgeführt.

Das Panel ist leicht und ca. 1qm groß. Es liefert bei normaler Sonneneinstrahlung 60W, bei 12 Volt also ca. 5 Ampere (Ah). Im Sommer sollten wir etwas mehr erreichen. Damit lässt sich der normale Stromverbrauch an Bord sichern und, wenn man nicht -wie wir zur Zeit- eine kleine Tiefkühlbox betreibt, die Batterien aufladen. Klar – nachts wird nicht geliefert, dennoch lässt sich die Zeit, bei der man ohne Stromanschluss auskommt, deutlich verlängern.

Ein Sportsfreund von Marcus ist Inhaber einer Firma, die auf PV Anlagen für Freizeitboote, Wohnwagen und Wohnmobile spezialisiert ist. Wer Interesse hat, meldet sich bei Frank und kann sich gern auf uns berufen.

www.solara.de
Frank Heise, frank.heise@solara.de
SOLARA GmbH, Donnerstr. 20 –  D-22763 Hamburg
+49 40 300 66 82-0

Über Erfahrungen und Wirtschaftlichkeit werde ich später berichten.

Wetter: 3. + 4. Tag, sonnig, 18 Grad

Keine Angst, das Abo hier nervt nicht mit Werbemails etc. Es meldet nur einen neuen Artikel

Sonne, Mond und Sterne

Es ist ein holpriger Start in die Saison 25. In der letzten Saison hatten wir einige Schäden am Rumpf verursacht, die wurden im Winter repariert. Leider hat die Lackierung deutlich länger gedauert als gedacht. Der Start in die Saison ist verspätet und die Regatta „Rund Fehmarn“ musste ausfallen – leider.

Am Wochenende 24./25.5. Juni können wir endlich starten. Ute fährt das Auto und Marcus segelt mit Philipp nach Heiligenhafen. Ein schöne Überfahrt mit gutem Wind. Philipp ist ein Freund aus den Zeiten des Studiums und auch begeisterter Segler.

Wir haben (k)einen Plan!
Zielgebiet für den Baltic Törn 25! sind die Ost-Schären von Schweden. Wenn es möglich ist, wollen wir einige Tage in Visby auf Gotland, das vielleicht schönste Städtchen an der Ostsee, verbringen und Stockholm etwas näher erkunden. Alles weitere überlassen wir dem Wetter und dem Zufall.

Außerdem hat Marcus einen Jugendfreund wieder gefunden, den es in einen schönen Vorort von Stockholm mit Marina verschlagen hat. Wir haben uns 50 Jahren nicht mehr gesehen. Wir sind gespannt, wie das Wiedersehen wird.

Am 10. Juni starten wir den Baltic Törn 25! Wir haben Gunnar angeheuert, um mit einigen großen Schlägen weit gen Norden zu kommen. Wir segeln in einer Etappe von Heiligenhafen nach Karlskrona, im Süden Schwedens. Es sind 207 NM und es dauert 31 Stunden. Anfänglich haben wir recht kräftigen Wind 10-12 m/s (25 Kn), allerdings achterlich. Wir rauschen mit 8 kn +/- 1kn dahin. Für die ersten 150 NM brauchen wir etwa 20 Stunden.

Die Welle kommt etwas seitlich und bringt das Boot so richtig schön ins „rollen“. Wer hier nicht seekrank wird, wird es nie. Der zweite Teil in der Nacht ist ruhiger, die Andante segelt wie auf Schienen und wir kommen bis auf ganz wenige Meilen unter Segeln ans Ziel.

Über Nacht ist es sehr frisch, wir wechseln uns ab beim Frieren und Aufwärmen. Die Sonne geht gegen 22.00 unter und ab 3 Uhr morgens wird es schon wieder heller. Als es ganz dunkel ist segelt man ohne Sicht, das ist schon ein komisches Gefühl. Einem Baumstamm oder gar Container würde man nicht rechtseitig erkennen. Aber andere Schiffe sieht man von Weitem nicht nur auf dem AIS Monitor, ohne den ich in dem stark befahrendem Gebiet nicht gern unterwegs wäre.

Die Nachtfahrt bringt einen schönen Sonnenuntergang, einen Erdbeer-Vollmond-Aufgang, blickt auf die Sterne und natürlich einen Sonnenaufgang. Das entschädigt – aber nur etwas – für das Frieren.

Wir kommen um 16 Uhr in Karlskrona an. Für das Durchhalten kocht der Skipper-Smutje – na was wohl – Spagetti mit roter Pampe. Danach geht`s in die Koje.

Fazit: Wir stellen fest, so richtig Spaß macht das Übernacht-Segeln nicht und zu Dritt sollte man schon sein – sonst wird es stressig.

Wetter: 1+2. Tag, tagsüber sonnig, 18 Grad, nachts kühl 12 Grad, Wind aus Süd-West 10-12 m/s, abnehmend auf 7-8 m/s.

Keine Angst, das Abo hier nervt nicht mit Werbemails etc. Es meldet nur einen neuen Artikel