Kyoto – die KirschblĂŒte ist pĂŒnktlich

Kyoto ist eine Reise wert. Wir bummeln zwei Tage durch die Altstadtviertel, wo auch unser schönes Hotel ist. Aber dazu spÀter mehr.

In Japan sind nicht nur die ZĂŒge pĂŒnktlich sondern auch die Natur. Sie muss es auch sein, den ĂŒberall finden Vorbereitungen fĂŒr die nĂ€chste Woche statt. Die Hotels haben ihre Preise verdreifacht. Da kann die KirschblĂŒte nicht einfach spĂ€ter kommen. Wir haben jetzt schon die ersten Knospen und einige BĂ€ume blĂŒhen schon in voller Pracht.

In einem nahegelegenem Park schlendern die Menschen mit schicken Kimons. Es schein ein beliebte AttraktivitĂ€t zu sein, sich eine Ausstattung zu leihen, sich zu frisieren und zu schminken. Das machen nicht nur die Japaner*innen sondern auch viele Touristen. NatĂŒrlich wird alles fotografiert, gern auch vom Profi.

Am ersten Tag erkunden wir Gion und Kiyomizu. Die alten HolzhĂ€user sind in gutem Zustand und beherbergen Wohnungen, Restaurants und auch Hotels. In der Stadt gibt es eine sehr lange und enge FußgĂ€nger Gasse mit hunderten von kleinen LĂ€den. Es wird Nippes, frisches Essen und fertiges Essen geboten. Wir suchen nach LĂ€den mit KĂŒchenmessern und erkundigen uns. Wir wollen nĂ€mlich fĂŒr zu Hause japanische KĂŒchenmesser mitbringen.

Es sind unendlich viele Menschen hier, auf dem Weg zu dem Hotspot Tempel kommt man kaum voran. Wir machen einen kurzen Fotostop und suchen uns andere Ecken. Der Philosophenpfad ist einige Kilometer lang, parallel zu einem kleinen Kanal und gesĂ€umt von BĂ€umen aller Art, kleinen Cafes und LĂ€den. Und … es ist nicht ĂŒberfĂŒllt. Die kleine Wanderung genießen wir sehr.

Abendessen wieder in einem der kleinen Izakya-Lokale. Hier haben wir einen englisch sprechenden Japaner an unserer Seite. An diesen Ess-Tresen bekommt man leicht Kontakt. Auch bei unserm Kobebeef am zweiten Abend. Wir können mit unsern australischen Nachbarn nett quatschen. Er arbeitet fĂŒr eine deutsche Firma und ist im Vertrieb fĂŒr Asien-Pazifik verantwortlich – wir haben Ă€hnliche Erfahrungen.
Wir wĂ€hlen als Vorspeise Sushi, nicht mit Fisch sondern mit leicht angebratenem Fleisch. Danach etwas GemĂŒse und zum Schluss ein geniales StĂŒck Sirilon Kobe Beef. Es ist leicht mit Fett durchzogen, gut fĂŒr den Geschmack und wird midum-rare vor unseren Augen gebraten. Es zergeht auf der Zuge.

Wir wurden gefragt, wie denn die VerstĂ€ndigung funktioniert. Das ist ganz einfach. Die Japaner reden japanisch und wir englisch und keiner versteht den anderen. Nur ganz wenige Menschen sprechen englisch, sogar in Restaurants und Hotels ist es nicht weit her mit der Sprache. Also Google Translator und HĂ€nde und FĂŒĂŸe. Es kommt immer wieder zu MissverstĂ€ndnissen, die aber durch die Freundlichkeit der Menschen ertrĂ€glich sind. Die Schilder, Straßennahmen sind alle auch in arabischen Buchstaben und Google Map funktioniert auch gut. Aber das Finden von kleinen Restaurants ist eine Herausforderung, wird sind mehr als einmal dran gescheitert unser Wunschrestaurant zu finden. Aber dann nimmt man halt ein anderes, hohe QualitĂ€t bieten fast alle,

Das Hotel ist ein typisches japanisches Ryokan. Unser Zimmer ist fast 60qm groß, zwei große Betten, Sofa und Chaiselongue und der Hit, ein eigener Onsen. Onsen ist eine große Badewanne, wie ein Wirlpool und Bubbles. Er ist immer voll und auf ca. 30 Grad beheizt. An jedem Nachmittag genießen wir ein Bad – einfach herrlich.

Das FrĂŒhstĂŒck ist ebenfalls japanisch. Bis zu 12 kleine Snacks, liebevoll hergerichtet, jeden Tag nur leider japanisch, im Grunde das gleiche wie zu Mittag oder zu Abend. Bei aller Liebe zum japanischen Essen, das bekomme ich morgens nicht runter. Schade.

Exkurs: Kyoto ist die Stadt der Messerhersteller. Deshalb einige Informationen zu KĂŒchenmessern

Grundlegende Messertypen
FĂŒr Fleisch: Ein Gyuto (das japanische Chefmesser). Lange, schmale Klinge, perfekt fĂŒr alles Grobe und Feine, ideal 210mm Klinge
FĂŒr GemĂŒse: Ein Nakiri. Sieht aus wie ein kleines Beil, ist aber superdĂŒnn fĂŒr prĂ€zise Schnitte. 165 mm klinge
FĂŒr Fisch: Ein Sujihiki: Langes Tranchiermesser (Slicer fĂŒr Fleisch/Fisch). Ideal: 240-300mm.

Die Frage des Stahls
Traditionell (Carbon): Wird extrem scharf, lÀsst sich leicht schleifen, aber rostet, wenn man es nicht sofort abtrocknet. Bildet eine Patina.
Modern (Edelstahl, VG-10): RosttrĂ€ge und pflegeleicht, fast genauso scharf. Tipp fĂŒr den Alltag!

Griffe & Optik
Griffe: Es gibt westliche (schwerer, genietet) oder japanische (Holz, achteckig, sehr leicht). Die Balance liegt bei japanischen Griffen weiter vorne in der Klinge – sehr prĂ€zise!
Damast: Die Wellenmuster auf der Klinge sehen gut aus, sollen das Kleben des Fleisches verhindern, auch Design.

Pflege
Magnetleiste: Ideal! Schont die Schneide und sieht gut aus. Erst stumpfe Seite ans Magnet.
Niemals in die SpĂŒlmaschine!
Öl: Ein Tropfen Kamelienöl (Tsubaki-abura) schĂŒtzt die Klinge vor Feuchtigkeit.

Wo kaufen?
Kyoto (Nishiki Markt):
Aritsugu: Seit 1560! Puristisch, Tradition pur, inklusive Namensgravur auf der Klinge.
Yayoi: Moderne, wunderschöne Schmiedekunst mit tollen Holzgriffen und Damast-Optik am Stand im Markt.
Tokio (Kappabashi): Die „Kitchen Town“. LĂ€den wie Musashi oder Kama-Asa bieten eine riesige Auswahl zwischen Kunstwerk und Profi-Werkzeug.
Auch im Internet mit Lieferung in alle Welt: æ—„æœŹćŒ…äžïœœć…ŹćŒ – MUSASHI JAPAN

Etwas Luxus gefÀfllig? Ein Zimmer mit Onsen!