Die französische Biskaya gilt als eines der anspruchsvollsten Segelgebiete der Welt. Sie ist da, wo die Vendée-Globe startet. Die Hanö-Bucht ist natürlich nicht vergleichbar, anspruchsvoll für uns Ostseesegler aber schon.
Auf dem Weg in den Norden, am Anfang der Saison, kommt der Wind meistens aus Nord-Ost und auf dem Rückweg aus Süd-West. Also meistens gegenan. Außerdem gibt es entweder viel oder gar keinen Wind.
Diese Saison kommt eine Erschwernis hinzu. Die Wetterprognosen haben ein kurzes Haltbarkeitsdatum. Abends wird Starkwind für den nächsten Tag prognostiziert und morgens hat sich der in Luft aufgelöst. Auch Wetter-Wache, der Norddeutsche Windpapst, bestätigt diese Unbeständigkeit, die es uns schwer macht, 3-4 Tage nach vorne zu planen. Ergo – von Tag zu Tag denken.

Wir starten von Sandhamn, am Ende des Öland-Sunds und wollen nach Simrishamn. Es sind 60 NM, der Wind kommt natürlich von dort, wo wir hin wollen. Bei solchen Strecken ist Kreuzen für uns keine Option. Also Abfallen und die kleine Insel Hanö ansteuern, die liegt vor Karlshamn. Auch noch 44 NM, meistens guter Wind mit 5 m/s, 90% gesegelt.
Hanö ist wie aus einem Pippi Langstrumpf-Buch. Ständig leben hier 10 Menschen, jetzt im Sommer ist es voll, was aber nicht weiter auffällt. Der Hafen ist klein und man liegt üblicherweise im Päckchen. Alles wird von Lotta, der besten Hafenmeisterin der Ostsee, organisiert und liebevoll gepflegt. Und zur Krönung gibt es noch ein gutes Restaurant.
Hier bleiben wir drei Tage, haben einen netten, sehr erfahrenden polnischen Segler an unserer Seite. Wir machen einen Inselrundgang durch die dschungelartige Natur. Dauer nicht mal 2h.
Nach drei Tagen leert sich die Marina in wenigen Stunden, denn heute kommt man nach Simrishamn. Wieder 30 NM, 7.00h Leinen los und nach 6 Stunden machen wir fest.
Simrishamn ist für alle, die nicht über Bornholm nach Schweden segeln, ein typischer Durchgangshafen. Da wir früh dran sind, können wir einen Bummel machen und stellen fest, dass die Kleinstadt eigentlich ganz hübsch ist. Heute ist Stadtfest oder ähnliches und die ganze Umgebung scheint einen Ausflug hierher gemacht zu haben.
Am nächsten Tag geht es nach Ystad, allen Krimilesern bekannt als Heimat von Kommissar Wallander. Ystand vereint Vieles: eine ganz gute Marina mit kleinem Strand und gutem Restaurant, eine hübsche Altstadt mit vielen Kneipen und Restaurants, lange Sandstrände und eine schöne Küste, die zum Fahrradfahren einlädt.
Zu unserer Freude startet zwei Tage nach unserer Ankunft ein Jazz-Festival mit sehr hochkarätigen Künstlern. Wir buchen ein Konzert in einem nahegelegen Hotel und genießen ein tolles Konzert mit Lars Danielsson und Leszek Mozdizor. Ein Umzug mit Brass-Kapelle eröffnet das Fest. Freie Konzerte gibt es auf dem Marktplatz und anderen Orten. Die Stimmung ist schweden-typisch, sehr entspannt bei bestem Wetter.





















