Hakone – Sie sehen, dass Sie nichts sehen

Hakone ist unser Natur-Stopp. Es ist ein recht großes Gebiet, unweit des Fuji mit einem eigenen Berg, der ein aktiver Vulkan mit sprudelnden Schwefelquellen ist. Es ist für Menschen aus Tokio in 2-3 Stunden per Bahn oder Auto zu erreichen, eine Art Naherholungsgebiet.

Wir haben in Gora wieder eines der typischen japanischen Gasthäuser gebucht, ein Ryokan. Nicht ganz das Niveau von Kyoto, aber mit schönen Onsen. Man kann wählen zwischen privatem Bad, Gemeinschaftsbad getrennt nach Frau/Mann – teils unter freiem Himmel bzw. offenen Fenster mit Blick in den Wald. Außerdem gibt es ein Onsen auf dem Balkon des Zimmers – wir haben alle ausprobiert.

Die Anfahrt ist spektakulär. Von Kyoto erstmal mit dem Shinkansen, dann einer Regionalbahn und am Ende die Bergbahn. Die kraxelt den Berg hoch und immer, wenn es sehr steile wird in Serpentinen. Das heißt der Zug fährt in ein Gleisende, trifft sich dort mit dem Gegenzug und fährt in umgekehrter Richtung weiter rauf bzw. runter.

Vorn und hinten sind die Zugführer, ein fährt, einer bremst, wenn nötig. Bei jeder Kehrtwende vollzieht sich eine skurrile Szene: Die beiden jungen Zugführer folgenden einem einstudierten Ritual und wechseln jedes mal die Position. Natürlich sind sie korrekt in Uniform gekleidet. Es ist alles ernst gemeint, kein Touristenschauspiel – wie aus der Zeit gefallen. In Gora angekommen müssen wir feststellen, die Wolken hängen tief, es regnet und man kann nicht sehen.

Leider ist es am nächsten Tag nicht besser. Dennoch fahren wir zuerst mit einer Standseilbahn und dann mit zwei Gondeln über den Berg. Hier kommen viele hin, um in den angeblich gesunden Quellen des Vulkans zu baden. Trotz des Wetters ist es recht voll. Was ist hier los, bei Sonnenschein?

Wir fahren aber weiter ins nächste Tal. Dort ist eine See, auf dem wir eigentlich eine Mini-Kreuzfahrt machen wollten. Soviel man sehen kann, ist es recht schön. Aber das Wetter vereitelt diesen Plan. Außerdem ist der Ort am See nicht wirklich schön. Alte Häuser, teils verfallen, das Ganze recht lieblos. Das wäre bei uns ein Hotspot mit schönen Häusern. Komisch, dass die Japaner darauf keinen Wert legen. Nach einem kurzen Sparziergang im Regen geht es zurück ins Hotel.

Im Hotel essen wir ein Kaiseki, ein traditionelles, 9gängiges japanisches Menü. Am besten gefällt uns der Hot-Pot in dem Fleisch und Gemüsen gebrüht wird – Fondue mit Brühe. Davor etwas Sushi-Sashimi. Es ist kein Gaumenschmaus, aber ganz ok. Wir haben es ausprobiert und einen weiteren Haken bei den To-Do’s gemacht.

Beim Frühstück konnten wir Western-Style bestellen. Es ist nicht anderes, als japanisches angereichert mit Ei und Wurst (Wer will denn Wurst am Morgen?) und sehr leckerem Brot mit Marmelade. Immerhin, wir wurden anders als in Kyoto, satt.

Schon schade, dass bei unserem Tag in der Natur, der einzige Tag mit schlechtem Wetter ist. Am nächsten Tag in Tokio ist es wieder sonnig und warm.

Kyoto – die Kirschblüte ist pünktlich

Kyoto ist eine Reise wert. Wir bummeln zwei Tage durch die Altstadtviertel, wo auch unser schönes Hotel ist. Aber dazu später mehr.

In Japan sind nicht nur die Züge pünktlich sondern auch die Natur. Sie muss es auch sein, den überall finden Vorbereitungen für die nächste Woche statt. Die Hotels haben ihre Preise verdreifacht. Da kann die Kirschblüte nicht einfach später kommen. Wir haben jetzt schon die ersten Knospen und einige Bäume blühen schon in voller Pracht.

In einem nahegelegenem Park schlendern die Menschen mit schicken Kimons. Es schein ein beliebte Attraktivität zu sein, sich eine Ausstattung zu leihen, sich zu frisieren und zu schminken. Das machen nicht nur die Japaner*innen sondern auch viele Touristen. Natürlich wird alles fotografiert, gern auch vom Profi.

Am ersten Tag erkunden wir Gion und Kiyomizu. Die alten Holzhäuser sind in gutem Zustand und beherbergen Wohnungen, Restaurants und auch Hotels. In der Stadt gibt es eine sehr lange und enge Fußgänger Gasse mit hunderten von kleinen Läden. Es wird Nippes, frisches Essen und fertiges Essen geboten. Wir suchen nach Läden mit Küchenmessern und erkundigen uns. Wir wollen nämlich für zu Hause japanische Küchenmesser mitbringen.

Es sind unendlich viele Menschen hier, auf dem Weg zu dem Hotspot Tempel kommt man kaum voran. Wir machen einen kurzen Fotostop und suchen uns andere Ecken. Der Philosophenpfad ist einige Kilometer lang, parallel zu einem kleinen Kanal und gesäumt von Bäumen aller Art, kleinen Cafes und Läden. Und … es ist nicht überfüllt. Die kleine Wanderung genießen wir sehr.

Abendessen wieder in einem der kleinen Izakya-Lokale. Hier haben wir einen englisch sprechenden Japaner an unserer Seite. An diesen Ess-Tresen bekommt man leicht Kontakt. Auch bei unserm Kobebeef am zweiten Abend. Wir können mit unsern australischen Nachbarn nett quatschen. Er arbeitet für eine deutsche Firma und ist im Vertrieb für Asien-Pazifik verantwortlich – wir haben ähnliche Erfahrungen.
Wir wählen als Vorspeise Sushi, nicht mit Fisch sondern mit leicht angebratenem Fleisch. Danach etwas Gemüse und zum Schluss ein geniales Stück Sirilon Kobe Beef. Es ist leicht mit Fett durchzogen, gut für den Geschmack und wird midum-rare vor unseren Augen gebraten. Es zergeht auf der Zuge.

Wir wurden gefragt, wie denn die Verständigung funktioniert. Das ist ganz einfach. Die Japaner reden japanisch und wir englisch und keiner versteht den anderen. Nur ganz wenige Menschen sprechen englisch, sogar in Restaurants und Hotels ist es nicht weit her mit der Sprache. Also Google Translator und Hände und Füße. Es kommt immer wieder zu Missverständnissen, die aber durch die Freundlichkeit der Menschen erträglich sind. Die Schilder, Straßennahmen sind alle auch in arabischen Buchstaben und Google Map funktioniert auch gut. Aber das Finden von kleinen Restaurants ist eine Herausforderung, wird sind mehr als einmal dran gescheitert unser Wunschrestaurant zu finden. Aber dann nimmt man halt ein anderes, hohe Qualität bieten fast alle,

Das Hotel ist ein typisches japanisches Ryokan. Unser Zimmer ist fast 60qm groß, zwei große Betten, Sofa und Chaiselongue und der Hit, ein eigener Onsen. Onsen ist eine große Badewanne, wie ein Wirlpool und Bubbles. Er ist immer voll und auf ca. 30 Grad beheizt. An jedem Nachmittag genießen wir ein Bad – einfach herrlich.

Das Frühstück ist ebenfalls japanisch. Bis zu 12 kleine Snacks, liebevoll hergerichtet, jeden Tag nur leider japanisch, im Grunde das gleiche wie zu Mittag oder zu Abend. Bei aller Liebe zum japanischen Essen, das bekomme ich morgens nicht runter. Schade.

Exkurs: Kyoto ist die Stadt der Messerhersteller. Deshalb einige Informationen zu Küchenmessern

Grundlegende Messertypen
Für Fleisch: Ein Gyuto (das japanische Chefmesser). Lange, schmale Klinge, perfekt für alles Grobe und Feine, ideal 210mm Klinge
Für Gemüse: Ein Nakiri. Sieht aus wie ein kleines Beil, ist aber superdünn für präzise Schnitte. 165 mm klinge
Für Fisch: Ein Sujihiki: Langes Tranchiermesser (Slicer für Fleisch/Fisch). Ideal: 240-300mm.

Die Frage des Stahls
Traditionell (Carbon): Wird extrem scharf, lässt sich leicht schleifen, aber rostet, wenn man es nicht sofort abtrocknet. Bildet eine Patina.
Modern (Edelstahl, VG-10): Rostträge und pflegeleicht, fast genauso scharf. Tipp für den Alltag!

Griffe & Optik
Griffe: Es gibt westliche (schwerer, genietet) oder japanische (Holz, achteckig, sehr leicht). Die Balance liegt bei japanischen Griffen weiter vorne in der Klinge – sehr präzise!
Damast: Die Wellenmuster auf der Klinge sehen gut aus, sollen das Kleben des Fleisches verhindern, auch Design.

Pflege
Magnetleiste: Ideal! Schont die Schneide und sieht gut aus. Erst stumpfe Seite ans Magnet.
Niemals in die Spülmaschine!
Öl: Ein Tropfen Kamelienöl (Tsubaki-abura) schützt die Klinge vor Feuchtigkeit.

Wo kaufen?
Kyoto (Nishiki Markt):
Aritsugu: Seit 1560! Puristisch, Tradition pur, inklusive Namensgravur auf der Klinge.
Yayoi: Moderne, wunderschöne Schmiedekunst mit tollen Holzgriffen und Damast-Optik am Stand im Markt.
Tokio (Kappabashi): Die „Kitchen Town“. Läden wie Musashi oder Kama-Asa bieten eine riesige Auswahl zwischen Kunstwerk und Profi-Werkzeug.
Auch im Internet mit Lieferung in alle Welt: 日本包丁|公式 – MUSASHI JAPAN

Etwas Luxus gefäfllig? Ein Zimmer mit Onsen!

Zweiter Versuch

Unser Flug nach Japan sollte am Donnerstag, den 12.3. losgehen. Leider wurde gestreikt, zumindest der Zubringer ist ausgefallen. Uns war das ganz Recht, denn die Wettervorhersage für Japan war für den Zeitraum nicht so gut und mit dem neuen Zeitplan kommen wir noch näher an die schöne Zeit der Kirschblüte.

Wir haben also 1,5 Tage zusammen mit der KI von Gemeni3 gesucht und gebucht. Der neue Zeitplan ist wie folgt:

Mi/Do 18./19.03. Ankunft und erste Erkundung Tokio

Fr/Sa 20./21.03. Hiroshima

So/Mo/Di 22./23./24.03 Kyoto. Das haben wir unverändert gelassen, da wir sonst das tolle Hotel nicht wieder bekommen hätten. Kyoto soll das Highlight werden, Kirschblüte und Kobe-Beef

Mo/Di 25./26.03 Hakone. Natur, Vulkan, Onsen und traditionelles Dinner genießen

Mi/Do/Fr 27./28./29.03 Tokio II für Kirchblüte in Hochphase, Shoppen, Kultur, Jazz und Ute will Karaoke singen


Wir sind gut vorbereitet. Der sehr vorteilhafte EUR-YEN Kurs lädt zu gutem Essen und Shoppen ein. Wir werden uns mit hoffentlich interessanten Berichten und schönen Fotos aus Japan melden. Vielleicht fühlt sich der eine oder die andere auch inspiriert uns real zu folgen.

Kultur – Kulinarik – Kirschblüte

Am Donnerstag, den 12. März 2026, starten wir für knapp zwei Wochen eine Reise durch Japan. Natürlich nicht mit der SY Andante, aber trotzdem wollen wir hier berichten. Einige Freunde hatten uns danach gefragt und außerdem ist es schön, später die Texte zu lesen und Fotos anzuschauen.

In der zweiten Hälfte der Reise sollte die Zeit der Kirschblüte beginnen, das ist in Japan ein großes Ereignis und lockt viele Touristen an. Deshalb haben wir unsere Hotels schon gebucht. Der Reiseplan sieht wie folgt aus:

Freitag, den 13. März
Ankunft in Tokyo auf dem City Airport Haneda, gegen Mittag

Montag, den 16. März
Reise nach Hakone, südwestlich von Tokyo. Natur und Kultur genießen

Mittwoch, 18. März
Lange Reise in den Süden auf die Insel Miyaima, Nähe Hiroschima

Donnerstag, 19. März
Kurze Anreise nach Hiroshima

Samstag, 21. März
Anreise nach Kyoto – das wird wohl der Höhepunkt

Dienstag, 24. März
Rückreise nach Tokyo

Mittwoch, 15. März
Rückflug nach Hamburg

Wir freuen uns, wenn ihr uns folgt und ab und zu mal einen Kommentar abgebt.